IPCC: Klimawandel und Landnutzung

IPCC-Sonderbericht zum Klimawandel: Moorschutz und nasse Moornutzung eine der Schlüsselfaktoren für eine nachhaltigen Landnutzung.

Wer sich mit Mooren und Klimaschutz beschäftigt, landet auf kurz oder lang bei der Frage, wie Menschen heute die Landschaft um sie herum, aber auch in scheinbar fernen Teilen der Erde verändern und wie sich dies in Zukunft wandeln wird.

Da in Deutschland nahezu alle Moore trockengelegt und somit nicht mehr intakt sind, geraten v.a. im Norden und Osten des Landes, Moorböden mit mehr 30 Zentimeter Torfschicht in den Fokus auf den Landwirtschaft betrieben - in der Regel werden dort Mais, Kartoffeln, Getreide oder auch Zuckerrüben angebaut. Außerdem werden Moorböden als Grasland für die Viehhaltung genutzt oder es wird Forstwirtschaft auf Ihnen betrieben. Alle diese landwirtschaftlichen Nutzungsformen schädigen durch den abgesenkten Wasserstand die Torfe der Moorböden – zw. 15 und 30 Tonnen an Treibhausgasen pro Hektar und Jahr werden somit in die Atmosphäre freigesetzt.

Auch der IPCC hat dieses Problem längst erkannt. Im Langbericht finden sich an über 200 Stellen Informationen zum Thema Moore und Klimaschutz bzw. Verweise auf aktuelle Studien zum Thema.

In dem neuen Sonderbericht zum Klimawandel und einer nachhaltigen Landwirtschaft wird v.a. ihr Potential zur Speicherung großer Mengen an Kohlenstoff (als sog. „high-carbon ecosystems“) hervorgehoben. Gleichzeitig wird aber auch dafür sensibilisiert, dass es sehr lange dauern wird, einmal zerstörte oder degradierte Moore sowie ehemals nasse Landschaft („peatlands and wetlands“) wieder zu renaturieren. Und „sehr lange“ meint in diesem Fall, Jahrhunderte bis Jahrtausende! Außerdem wird deutlich: je später die Schutzmaßnahmen angegangen werden, desto größer die Anstrengung. Im Fall der Moore bedeutet dies v.a., dass bei voranschreitender Wüstenbildung und weiterem Absinken des Grundwasserspiegels große Problem der Wasserverfügbarkeit für die Wiedervernässung von Moorböden auftreten könnten.

Auch, wer daran interessiert ist, zu erfahren, was tropische Moore in Asien von Mooren in gemäßigten Zone Europas mit Blick auf ihre landwirtschaftliche Nutzung und deren Treibhausgasausstoß unterscheidet, wird fündig: Die Rangliste wird angeführt von Palmölanbau auf Moorböden (bis zu 40 t CO2e pro Hektar und Jahr) in Asien, gleich gefolgt von Viehwirtschaft und Maisanbau (bis zu 30 t CO2e pro Hektar und Jahr) in Europa.

Die kommende Produktion der Landwirtschaft und ihre Produkte werden in Zukunft viel stärker auch mit Blick auf ihren CO2-Fussabdrucks zu bewerten und zu fördern sein. Dass Milch- und Fleischprodukte einen ungleich höheren Ausstoß an Treibhausgasen bewirken als Obst, Gemüse und Getreide wissen wir schon länger. In der Praxis dominiert gleichwohl noch die Frage des Preises in Euro pro Kilogramm und weniger die des CO2-Fussabdrucks in CO2 pro Kilogramm. Noch.

Weitere Infos zum Sonderbericht finden Sie auf der deutschen Seite des IPCC.
Dort sind sowohl Kurzfassungen in Deutsch und Englisch sowie die Langfassung abrufbar.:
https://www.de-ipcc.de/254.php


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