Eine kleine Geschichte des Klimaschutzes

Nichts ist beständiger als der Klimawandel. Jedoch ist die Bewusstseinswerdung darüber, dass auch menschliche Aktivitäten einen Klimawandel herbeiführen können, relativ jung.

 

Der schwedische Naturwissenschaftler Svante Arrhenius (1859-1927) erkannte als Erster die Bedeutung des Kohlendioxids für das Klima der Erde: Steigt die Konzentration dieses Gases in der Atmosphäre, so erhöht sich die Temperatur auf der Erde.

 

Der US-amerikanische Klimaforscher James Hansen hat als einer der ersten Wissenschaftler die Gefahren einer globalen Klimaerwärmung erkannt. Bereits 1988 hat er darauf hingewiesen, dass der durch menschliche Aktivitäten hervorgerufene Klimawandel bereits begonnen hat. Er betrachtete damals drei Szenarien, von denen das mittlere mit einem prognostizierten Temperaturanstieg von etwa 0,25°C pro Jahrzehnt rückblickend der tatsächlichen Entwicklung sehr nahe kommt.

 

Mit der Verabschiedung der Klimarahmenkonvention (United Nations Framework Convention on Climate Change, UNFCCC) 1992 in New York rückte der Klimaschutz erstmals global stärker in das öffentliche Bewusstsein. Die gut 190 Vertragsstaaten treffen sich jährlich zu internationalen Klimakonferenzen, um konkrete Maßnahmen zum Klimaschutz zu vereinbaren (Conference of the Parties, COP). Ein wesentliches Ergebnis dieser Konferenzen ist das 1997 entwickelte Kyoto-Protokoll (KP). Es trat Anfang 2005 in Kraft. Seit dem sind die Weltklimagipfel zugleich auch Vertragsstaatenkonferenzen des Kyoto-Protokolls, allerdings mit getrennten Verhandlungssträngen.

 

Das Kyoto-Protokoll sieht vor, die Treibhausgasemissionen der Industriestaaten innerhalb der ersten Verpflichtungsperiode (2008 bis 2012) um durchschnittlich 5,2 % bezogen auf das Jahr 1990 zu reduzieren. Das Protokoll sieht verschiedene flexible Mechanismen vor, mit denen die Vertragsstaaten ihre Reduktionen erreichen, darunter den Emissionsrechtehandel. Die Europäische Union hat zum Erreichen ihrer Einsparziele im Jahre 2005 u. a. das System des Emissionszertifikatehandels (Emission Trading System, ETS) eingeführt.

 

Neben technischen Lösungen behandelt das Kyoto-Protokoll auch die Möglichkeit der Kohlenstoffspeicherung und Bindung in Vegetation und Böden, d. h. die Einbeziehung von Kohlenstoffsenken (Artikel 3.3 und 3.4 KP). Diese Senkenprojekte umfassen zunächst hauptsächlich Aktivitäten im Bereich Forst, Ackerland- und Grünlandbewirtschaftung und die Begrünung von Ödland. Die UNFCCC Konferenz 2001 in Marrakesch (COP 7) brachte erste Definitionen zur Anrechenbarkeit von Senken.

 

Parallel zu den sogenannten Pflichtmärkten (KP und ETS) entwickelte sich der freiwillige Kohlenstoffmarkt. Hier engagieren sich Unternehmen hauptsächlich, um ihre Unternehmensziele beispielsweise im Bereich des Corporate Social Responsibility zu erreichen. Die Möglichkeiten sind hier sehr vielfältig. Um dennoch eine Eindeutigkeit zu gewährleisten, existieren eine Reihe von Standards, wie z. B. der Verified Carbon Standard (VCS).

 

Die Klimarelevanz der Moore spielte längere Zeit nur eine untergeordnete Rolle. Zwar sind die Moore als effektive Kohlenstoffspeicher (Torf) bereits länger bekannt. Auch weiß man seit Jahren, dass drainierte Moore Treibhausgase freisetzen. Da man diese Freisetzung jedoch nicht quantifizieren konnte, ließen sich auf Basis von Moorwiedervernässungen keine Zertifikate für den freiwilligen Kohlenstoffmarkt generieren.

 

Die im bundesweiten Vergleich moorreichen Länder Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg betonen seit vielen Jahren die Verbindung von Moorschutz und Klimaschutz. So erwähnt bereits das erste Klimaschutzkonzept des Landes Mecklenburg-Vorpommern aus dem Jahre 1997 die Wiedervernässung der Niedermoore als landestypische Klimaschutzmaßnahme. Auf der anderen Seite erwähnt das Moorschutzkonzept aus dem Jahre 2000 die mit der Wiedervernässung von Mooren einhergehende Reduzierung der Treibhausgasemissionen.

 

Mit dem Treibhausgasemissionsstandorttypenkonzept (GEST) ist es gelungen ein Instrument zu entwickeln, welches es erlaubt, die positive Klimabilanz von Wiedervernässungsmaßnahmen abzuschätzen. Auf dieser Basis wurden die MoorFutures für den freiwilligen Kohlenstoffmarkt entwickelt.